Warum Milch schlecht für Dich ist

Wer das Melken im Stall einmal erlebt hat, weiss, wovon die Rede ist. Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Stall neben einer Kuh, die von einem Bauer mit der Hand gemolken wird, und er schöpft Ihnen aus dem Melkeimer einen Becher Milch. Dem Eimer entströmen leichte Dampfschwaden, weil die Milch einige Grad wärmer ist als die Stalltemperatur. Sie nehmen den Becher mit der überraschend warmen Milch in die Hand, riechen das Heu und den Kuh-Milch-Duft und alles, was im Stall sonst noch riecht, und so manche und mancher lehnt in dem Moment dankend ab. Nicht selten wird Übelkeit verspürt, denn eine solche Situation macht bewusst, dass diese Milch aus einem lebenden Tier stammt.Eine warme, gelblich weisse, schaumige Flüssigkeit, Körperflüssigkeit einer fremden Art. Auf ganz frische Milch einen Würgereiz zu bekommen wäre nicht ungewöhnlich, jedenfalls erging es unseren Vorfahren so. Sie ekelten sich regelrecht vor ihr und konnten sie nur in bearbeiteter Form akzeptieren. Die natürliche Körperreaktion schützte sie vor den unangenehmen Folgen.

Buch-Zusammenfassung

Milch besser nicht“

Ein Buch von Maria Rollinger, erschienen im JOU-Verlag


Milch – Opfer einer «Verschwörungstheorie»?

Der wissenschaftliche Mainstream ignoriert hartnäckig Verbindungen zwischen spezifischen Umweltfaktoren und Krankheiten, sofern es sich nicht um allseits anerkannte Gifte handelt. Es wird zwar eingeräumt, dass die Ernährung eine Rolle im Krankheitsgeschehen spielt, sobald jedoch eine negativ wirkende Substanz von Wissenschaftlern identifiziert wird, heisst es in der Regel: «Ein ursächlicher Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht oder noch nicht erwiesen». Nur wenige Forscher wagen eine Festlegung, denn die (bezahlte) Studie, die das jeweilige Gegenteil beweisen soll, lässt nie auf sich warten. Jeder Wissenschaftler befindet sich im Dilemma, mit seiner These nicht hundertprozentig richtig zu liegen und den Ruf zu verlieren.

Nahrungsmittel sind ebenso wie die Atemluft primäre Umwelteinflüsse. Essen in Verbindung mit Krankheiten zu bringen, ist naheliegend und grundsätzlich unbestritten. Verdächtige spezifische Nahrungsmittel und Substanzen werden erforscht, aber über die Ergebnisse wird anschliessend immer heftig gestritten. Denn bei der Erforschung von Umweltfaktoren handelt es sich meistens um epidemiologische Studien, Auswertungen von Statistiken, Ländervergleiche, Befragungen von Probanden, Tierstudien, bei denen man nicht weiss, inwieweit sie auf Menschen übertragbar sind oder um Studien mit humanen Zellkulturen, bei denen ebenfalls ungewiss ist, ob und wie ihre Ergebnisse auf einen Gesamtorganismus angewendet werden können. So wird der im Prinzip unbestreitbare Einfluss von Umweltfaktoren auf das Krankheitsgeschehen in Bezug auf bestimmte Substanzen letztlich zur Glaubenssache.

Interessenvertreter und Lobbyisten beherrschen das Spiel und lassen allgemeine Orientierungslosigkeit aufkommen. Behörden, Arzte und Patienten in aller Welt reagieren verunsichert. Ein Beispiel: Das krebserregende Acrylamid in Chips oder Pommes Frites zeigte uns folgende Reaktionen: Kaum hatten Wissenschaftler den Krebsverdacht laut geäussert, traten Kollegen auf den Plan und behaupteten das Gegenteil. Behörden und Verbraucher reagierten entsprechend frustriert: «Solange ihr Wissenschaftler euch nicht einigt, esse ich weiter wie gewohnt». Derartigen Dilemmas kann man nur entgehen, indem man sich selbst möglichst umfassend informiert und eigene Schlüsse zieht.


Muttermilch – Und dann ist Schluss

Milchzucker kommt in der Natur nur in der Muttermilch von Mensch und Säugetieren vor. Entsprechend wird das Enzym Laktase nur im Säuglings- und Kleinkinderalter gebildet. Aus diesem Grund ist Milch von der Natur nur für die ersten Lebensjahre vorgesehen. Aber es gilt: «Stillen, so lange wie möglich» wenn Sie ihrem Kind einen Gefallen tun möchten.

Weil kein anderes Nahrungsmittel Milchzucker enthält, besteht bei einem erwachsenen Menschen keine physiologische Notwendigkeit für die Herstellung des Enzyms «Laktase». Bis vor wenigen tausend Jahren haben erwachsene Menschen weltweit überhaupt keine Laktase in ihrem Dünndarm gebildet. Deshalb konnte der homo-sapiens bis dahin Milch und Milchprodukte nicht verdauen.

Wer heutzutage Laktose-Intolerant ist, gehört zur Mehrheit! Etwa 80% der Weltbevölkerung bilden als Erwachsene das Enzym Laktase nicht mehr und werden Laktose intolerant!


Vergangenheit der Milch

Als etwa um 5000 v. Chr. mit dem melken von Haus- und Herdentieren begonnen wurde, entwickelte sich die Menschliche Verdauung allmählich, damit sie bis in das Erwachsenenalter Laktase bilden konnte. Damit konnten auch erwachsene Menschen Milchprodukte verzehren, ohne daran zu erkranken.

Unser heutiger Milchkonsum ist im Vergleich zur vorindustriellen Vergangenheit gewaltig! Milchprodukte aus Molkereien/Fabriken konsumieren wir erst seit den 1960er Jahren, also seit etwa 50 Jahren. Milchprodukte sind inzwischen sogar das Lebensmittel Nummer eins geworden!

Milch fand bis Mitte des 19. Jahrhunderts nicht als Getränk Verwendung, sondern hauptsächlich als Butterrohstoff. Die Restmilch wurde eher den Schweinen verfüttert, als dass sie ein Mensch konsumiert hätte. Deshalb wurde damals der Ertrag einer Kuh nicht in «Liter Milch», sondern in «Pfund Butter» angegeben.

Im «Büchlein von der Milch und den Milchprodukten» (1541) beschrieb Conrad Gesner das Wissen seiner Zeit über Milch und ihre negativen sowie positiven Wirkungen:

  • Grundsätzlich ist Milch für jeden Menschen unterschiedlich bekömmlich. Milch hat sowohl abführende wie auch verstopfende Wirkung, je nach Veranlagung dessen, der sie konsumiert.
  • Gelobt werden die entgiftenden, beruhigenden und schärfe-hemmenden Eigenschaften der Milch. Diese Erkenntnisse dürften auf die Magensäure neutralisierende Wirkung zurückzuführen sein.
  • Heute ist völlig in Vergessenheit geraten, dass Milch im Magen gerinnt und klumpt und deshalb als schwer verdaulich galt. Auch deshalb wurde damals vor dem Milchgenuss gewarnt bzw. empfohlen, wenn Milchprodukte, dann frischen Quark und Sauermilch zu essen. Daher kommt es, dass in den alten Schriften allgemein nicht über «Milch trinken», sondern von «Milch essen» geschrieben wurde.
  • Milch wurde in der damaligen Therapie als Dickmacher Dünne, die man für krank hielt, sollten um Gewicht zuzulegen viel fettreiche (Ziegen)milch zu sich nehmen. Wer abnehmen musste, sollte Milch meiden. Das deckt sich mit den modernen Erkenntnissen, dass korpulente die Milch nicht vertragen, durch den Verzicht abnehmen.
  • Molke war medizinisch auch als Abführ- und Darmreinigungsmittel Sie wurde nicht nur oral zugeführt, sondern auch in den Enddarm eingespritzt. Heute wissen die wenigsten, dass Molke ein Abführmittel ist.
  • Käse führe zur Verstopfung und könne gut zur Behandlung von Durchfall eingesetzt werden.

Krank durch Milch

Vor dem ersten Weltkrieg wurde eine generelle Erhitzungs-Pflicht rege diskutiert, scheiterte jedoch letztlich an den Konsumenten, die dem Erhitzen grosse Ablehnung entgegenbrachten. Die meisten Menschen gaben an, dass pasteurisierte Milch nicht mehr nach Milch schmecke. Durch die damals hohen pasteurisierungs-Temperaturen bekam sie einen Kochgeschmack. Allein wegen dieser geschmacklichen Veränderung konnte sich pasteurisierte Milch damals nicht gegen gewohnte Milch durchsetzen. Als weiteren Nachteil nannten die Konsumenten, dass von pasteurisierter Milch kaum mehr Rahm abgeschöpft werden könne, denn noch immer war Rahm der wesentliche Bestandteil der Milch. Zu jener Zeit war man der Auffassung, dass rahmlose Milch wertlos sei.

Es gilt bei Milcheiweissallergien und Milchunverträglichkeiten folgendes: Erst durch die Zunahme des Milchkonsums traten die Krankheiten in Erscheinung, die es in Zeiten mit geringem Milchkonsum nicht gegeben hat. Für Allergiker und deren Ärzte ist der Zusammenhang zwischen den Symptomen und den Nahrungsmitteln nicht nachvollziehbar. In früheren Zeiten war es einfach, die Milch als unverträglich zu identifizieren, da sie meist kurze Zeit nach dem Konsum, Darmkrämpfe und Durchfälle auslöste. Dies erleben wir heute durch die technologische Bearbeitung der Milchprodukte eher nicht mehr. Durch Kühlung, Pasteurisierung und Homogenisierung werden Milchfett und Eiweisse modifiziert, damit die Unternehmen ihre Milchprodukte als besser verdaulich bewerben können. Sie sind es tatsächlich, nur sind sie deshalb nicht gesünder, sogar das Gegenteil ist der Fall. Denn Magen und Darm rebellieren nicht mehr, sondern verdauen, was sie vor hundert Jahren noch schnell mit Übelkeit und Durchfällen wieder abgestossen haben.

Die Lebensmittelindustrie verwendet Milchzucker und Milcheiweisse in kleinen Mengen in Brot- und Fleischwaren, in Sossen, an Gemüse und Obst, in Fertiggerichten und vielen mehr. Diese kleinen Mengen summieren sich heute zu dauernden Darmbeschwerden, ohne dass ein direkter Bezug zur Milch offensichtlich wäre. Die Milch ist ein nahezu überall versteckter leiser Krankmacher, den die Betroffenen nicht mehr als solchen erkennen können. Viele Menschen sind heutzutage von einer Milch-Unverträglichkeit betroffen, und ahnen nichts davon. Die Folgen sind toxisch.

In Europa und Nordamerika ernährt man sich mittlerweile zu 30 bis 50% von Milch und Milchprodukten. Die Laktoseintoleranz wird zunehmend zum Problem: Erstens ist die Zusammensetzung von Milchprodukten heute eine andere als noch vor 50 Jahren und lässt gesundheitliche Probleme entstehen. Zweitens ist die Laktase-Aktivität der weissen Bevölkerung nicht einheitlich, das heisst, die Produktion des Enzyms endet je nach Individuum in einem anderen Lebensalter. Bis schliesslich in einem Alter ab etwa 65 Jahren ca. jeder zweite Rentner wenig oder keine Laktase produziert. Viele Menschen befinden sich im Laufe ihres Lebens auf dem Weg vom Laktasier zum Alaktasier und parallel dazu befinden sie sich auf dem Weg einer schleichenden gesundheitlichen Beeinträchtigung, sofern sie Milchprodukte zu sich nehmen.

Heute kommen fast nur pasteurisierte Milchprodukte in den Handel. Die frische Milch ab Kuh wird als Rohmilch bezeichnet. Rohmilch gilt als Krankheitsrisiko. Dieses Image, wird von der Milchindustrie gepflegt (Verdrehung von Tatsachen z.B. in Werbung). Das war nicht immer so, denn bis vor etwa 60 Jahren, als die allgemeine Pasteurisierungspflicht durchgesetzt werden konnte, wurde rohe Milch noch in grossem Umfang verbraucht. Nur sie galt als frisch. Aber zu dieser Zeit waren die grossen Tierseuchen längst besiegt, die Anfang des Jahrhunderts zur Einführung der Pasteurisierungsvorschriften geführt hatten. Man hätte sie eigentlich wieder abschaffen müssen.


Tuberkulose (tödlichste Infektionskrankheit)

1914 versuchte man die Übertragung von Tuberkulose über Milch von einer Tierart auf die andere auszuschliessen. Schweine waren sehr anfällig gegenüber der Rinder-Tuberkulose. Die Zahlen dieser Zeit sprechen für sich: 1880 waren an einem Schlachthof etwa 0.3% der gelieferten Schweine an Tuberkulose erkrankt. 1905 waren es bereits 47.5%. Für die Ansteckung war eindeutig die an Schweine verfütterte Restmilch verantwortlich. Zunächst wurde die Erhitzung der Futtermilch für Tiere Pflicht, jedoch nicht die Trinkmilch für Menschen. Später stellte sich heraus, dass sich auch der Mensch mit Rinder-Tuberkulose infizieren kann, was damals sogar relativ häufig geschah, die Quelle konnte jedoch nicht sofort festgestellt werden.

1909 wurde mit dem «Viehseuchengesetz» die erste Erhitzungs-Pflicht für Milch von Tuberkulose infizierten Kühen geregelt. In den meisten Molkereien fehlten aber noch bis 1930 die Maschinen und das Wissen um die Milch pasteurisieren zu können. Also blieb Pasteurisierung die Ausnahme. Erst nach dem zweiten Weltkrieg konnte das Verfahren staatlich (DE) durchgesetzt werden.


Diabetes und MS

Besonders in Finnland und Kanada wurde die Verbindung von Milch und Diabetes in den letzten 20 Jahren erforscht. Die Ergebnisse belegen, dass der Konsum von Kuhmilch in den ersten Lebensjahren das Risiko, an Diabetes Typ I zu erkranken, stark erhöht. Mittlerweile ist sogar der Zusammenhang zwischen Milch-Diabetes und Multipler Sklerose nicht mehr nur eine Hypothese.

Finnland ist eines der Länder mit dem höchsten Milchprodukte-Konsum pro Kopf (>250kg/Jahr) und hat gleichzeitig weltweit die höchste Diabetesrate. Dem gegenüber hatte Spanien von allen EU-Ländern den niedrigsten Milchprodukte-Konsum pro Kopf (<130kg/Jahr) und verzeichnete die niedrigste Diabetesrate.


Der Kalzium-Irrtum

Die Kalziumversorgung des Körpers verschlechtert sich bei Laktose intoleranten Personen erheblich, wenn diese Milch konsumieren. Menschen die an Knochenschwund leiden weisen häufig eine Laktoseintoleranz auf. Warum sich die Kalziumaufnahme bei Laktose intoleranten Menschen verschlechtert, während sie sich bei den Laktasebildnern scheinbar verbessert, wird nicht erforscht. Die Folgen haben alle unwissenden Alaktasier zu tragen, deren Kalziumstoffwechsel über Jahrzehnte beeinträchtigt ist, solange sie eben nichts von der Unverträglichkeit wissen und Milchprodukte verzehren: Chronische Erkrankungen.

Ursachenforschung in Sachen Kalziumaufnahme scheint insgesamt unerwünscht zu sein. Denn dann müsste ein weiteres, sehr ernst zu nehmendes Phänomen erklärt werden: Warum beklagen die Milchländer trotz des weltweit höchsten Milchkonsums eine schlechte Kalziumversorgung ihrer Bevölkerung? Und warum weisen die Länder mit dem höchsten Knochenschwund (Schweden und Finnland) auch den höchsten Milchkonsum auf? In den asiatischen und afrikanischen Ländern, in denen die Kalziumversorgung ohne Milch, vorwiegend mit pflanzlicher Nahrung bestens gewährleistet ist, ist Knochenschwund praktisch unbekannt. Obwohl diese Probleme in medizinischen Kreisen bekannt sind, wird weiter in der Öffentlichkeit behauptet, der Mensch müsse viel Milch und Milchprodukte zu sich nehmen, um starke Knochen zu bekommen und zu behalten. Dass dies so nicht stimmt, ist offensichtlich.

Milchmaschine Kuh

1850 gab eine durchschnittliche Kuh ca. 1000 Liter Milch pro Jahr. Hundert Jahre später, 1950 gab sie bereits 2500 Liter p.a. Nach nur 20 weiteren Jahren konnte die Milchmenge 1970 auf beachtliche 3900 Liter/Jahr gesteigert werden. Diese «Leistungsoptimierung» verdankte man kleinen Zuchterfolgen und den besseren Bedingungen (reine Milchkühe statt Arbeitstiere, bessere Medizin, Ställe und Futter). Die darauffolgende Leistungssteigerung der Kühe von 1980 bis 2006 auf 6800 Liter/Jahr waren nur mit rigorosen Eingriffen wie gezielte Zucht sowie dem Einsatz von Kraftfutter erreichbar. Das hatte Folgen auf die Tiere und ihre Milch.

Die Leiden der Tiere

Der Gesundheitszustand von Milchkühen ist umso prekärer, umso mehr Milch sie geben, denn damit steigt das Risiko, dass sie, an Mastitis (entzündter Euter), Klauenstörungen, Hinken, Fruchtbarkeits-, Verdauungs- und Verhaltensstörungen erkranken.

Fast jede zweite Kuh leidet an Klauenstörung und/oder Mastitis. Mastitis ist für eine Kuh sehr schmerzhaft. Das entzündete Gewebe ist sehr berührungsempfindlich. Leider gelingt es den Bauern nicht, durch Behandlungen der Euter die Häufung von Mastitis zu senken. Auch Krankheiten wie Klauenstörungen und Lahmen nehmen nicht ab. Die Kühe haben immer mehr Mühe, sich zu bewegen.

Wenn heute eine Kuh krank wird, wird schnell geschlachtet. Bauern haben so weniger Probleme (keine Tierarzt- und Medikamentenkosten, geringes Ansteckungsrisiko, weniger Papierkrieg). Dies führt dazu, dass die Ämter einen zu positiven Eindruck bezüglich des Gesundheitszustands der Tiere bekommen.

Die Fruchtbarkeit der Tiere nimmt stetig ab. Die Befruchtungsrate liegt heute noch bei 45-50%, deshalb werden viel mehr junge Kühe geschlachtet als vor 20 Jahren.

Bis zum letzten Tropfen…

Heutige Milchkühe sind durch ihre lebenslange Trächtigkeit und Laktation (Milchproduktion) regelrecht “ausgelaugt“. Den wenigsten Konsumenten ist bewusst, dass Kühe immer wieder kalben müssen, damit sie Milch geben. Viele denken, eine Kuh gebe nach dem ersten Kalben ihr Leben lang Milch, wenn man sie einfach weiter melkt. Das ist falsch. Es ist heute möglich, die Milchproduktion (Laktation) einer Kuh von natürlichen sechs auf elf Monate zu verlängern, doch danach nimmt die Milchmenge ab und die Kuh wird unrentabel. Also sollen die jungen Kühe immer wieder kalben, damit sie möglichst oft die ertragreichen elf Monate durchleben. Ein paar Wochen nach dem Kalben wird die Kuh wieder besamt, damit sie neu kalbt, bevor ihre Milchleistung abnimmt. Deshalb sind Milchkühe prinzipiell ein Leben lang schwanger und geben pausenlos die grossen Milchmengen.

Da der Körper einer Kuh über Monate hinweg die Milchproduktion und die Trächtigkeit gleichzeitig bewältigen muss, trinken wir hauptsächlich Milch einer trächtigen Kuh. Natürlich hat dies auch enorme Auswirkungen auf die hormonelle Zusammensetzung der Milch. Nicht nur die Kühe sind durch die lebenslange Doppelbelastung gestresst, auch die Milch-Konsumenten setzen sich diesen Hormonen aus und belasten sich. Wissenschaftler angesehener Unis sind besorgt, denn sie können einen Zusammenhang zwischen gewissen Krebsarten und den Konsum von Milchprodukten nicht ausschliessen.

Heutige Hightech-Milch

Durch die Industrialisierung und die Profitgier der Milchwirtschaft ist die heutige Milch nicht mehr die Alte. In erster Linie haben sich die Keimflora, der Fett- und der Eiweissgehalt nachweislich stark verändert:

Veränderte Keimflora

Aus Sicht der Konsumenten dürfte eine möglichst natürlich belassene Milch, die von selbst säuert, also ausreichend Milchsäure-Keime enthält, eine gute Milch sein und nicht etwa eine Milch, die fault und müffelt. Jedoch wird von den Molkereien (und deren Hygiene-Kontrolleure), eine Milch mit einer möglichst geringen Gesamtkeimzahl bevorzugt.

Von Hand gemolkene Rohmilch ist von Natur aus relativ keimarm, d.h. Milchsäurebakterien überwiegen. Maschinell gemolkene Milch ist dagegen trotz aller Hygienemassnahmen erheblich keimreicher und enthält mehr somatische Zellen, da Melkmaschinen zu chronischen Euterentzündungen führen. Heute wird praktisch alle Milch maschinell gemolken, deshalb überwiegen in der ursprünglich von Milchsäurebakterien dominierten Keimflora der Milch die Fäulnisbakterien.

Die Milch, die in Molkereien verarbeitet wird, zeigt ein Keimmilieu, in dem die Fäulnisbakterien dominieren oder in erheblich grösserer Zahl vorhanden sind als in der Rohmilch. Das ist einer der Gründe, warum unsere Trinkmilch nicht mehr sauer wird, sondern bitter. In der Milchwirtschaft ist dies ein offenes Geheimnis, nur die Konsumenten scheint es nicht zu interessieren.

Fettgehalt

Die Milch ist heute erheblich fetthaltiger als früher. Diese Erhöhung hat für heutige Milchkonsumenten jedoch keine Bedeutung, denn die Milch in der Molkerei wird zunächst in Rahm und Milchplasma getrennt, um anschliessend wieder auf einen beliebigen Fettgehalt eingestellt zu werden. Es fällt ein beabsichtigter Fettüberschuss an, der in anderen (Milch-)Produkten verarbeitet wird. Der angezüchtete hohe Milchfettgehalt dient allein einer höheren Fettausbeute.

Für die jungen Kälber hatte die Fettgehalterhöhung sehr negative Konsequenzen, weil ihre Verdauungsorgane nicht daran angepasst sind. Wenn die Kälber die Fetthaltige Milch ihrer Mutter trinken würden, bekämen sie Durchfall. Heute wird aus Kostengründen von vorherein darauf verzichtet. Die Kälber werden mit fettreduziertem Milchersatz gefüttert.

Technologie

«Milchtechnologe» nennt sich der Beruf des Käsers in der Schweiz. Dem Namen ist abzuleiten, dass es sich bei heutigen Milchprodukten um keine «natürlichen», sondern um «technische» Produkte handelt. Hier ein Auszug aus einer Zeitschrift: [Experimente finde er «immer wieder spannend», (…) «Hier haben wir beispielsweise den Versuch eines Schülers», (…) Ein Weichkäse, der ausschaut wie ein Camembert, aber milder schmeckt. «Mozzarella, behandelt mit Edelschimmel». Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt, sagt der Fachlehrer. «Wir hatten schon Schüler hier, die haben mit Käse mit Thymian, Safran oder Wasabi experimentiert». (Coopzeitung 7/14 S.14)]

Fruchtbarkeit

Scheinbar hat hoher Milchkonsum Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Frauen. Forscher haben in einer breit angelegten Studie die Fruchtbarkeitsdaten aus 36 Ländern, den Milchkonsum pro Kopf und die Laktoseintoleranz der weiblichen Bevölkerung ausgewertet und einen deutlichen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und weiblicher Unfruchtbarkeit festgestellt. Ähnliche Beobachtungen sind in anderen Studien gemacht worden. Je höher der Milchkonsum, desto höher die Unfruchtbarkeit, besonders in höherem Alter. Es wird angenommen, dass die Galaktose in den Milchprodukten und im Milchzucker dafür verantwortlich ist.

The China-Study

Mit «The China Study» hat Colin Campbell, emeritierter Professor der Cornell Universität, 2005 sein Resümee aus 40 Jahren(!) Ernährungsforschung niedergeschrieben. Seine Erkenntnisse bezüglich Milch lauten zusammengefasst: Milch ist ein unnötiges und auf lange Sicht gesundheitsschädliches Nahrungsmittel!

Andere Länder, andere Sitten

In asiatischen und afrikanischen Gesellschaften ernährt man sich traditionell fast komplett milchlos. Aus diesem Grund gibt es dort auch nur eine geringe Milchproduktion. In Schwarzafrika wird auch heute noch überwiegend Butter bzw. Butterfett aus der Milch hergestellt. Noch nicht einmal als Sauermilch wird sie von der Mehrzahl der Menschen verzehrt, denn schon die Kinder wissen, dass man davon Bauchkrämpfe bekommen kann.

Essenskulturen

Weisse Europäer und Amerikaner sind ausserhalb ihrer Landes gut dran: Besuchen sie südliche Länder, dann verursachen ihnen die fehlenden Milchprodukte keine gesundheitlichen Probleme. Sie kehren erholt zurück, ohne zu bemerken, dass nicht nur der entspannende Urlaub, sondern auch die zwangsläufige Abstinenz von Milch, Käse und Joghurt für das Wohlbefinden verantwortlich sind. ABER: Die überwiegende Zahl der Menschen aus südlichen Ländern und Asien müssten Milchprodukte während eines Aufenthaltes in Europa, in den USA, Australien oder Neuseeland generell meiden, obwohl diese dort zu den Grundnahrungsmitteln gehören und auch billig sind. Die wenigsten «Einwanderer» wissen um das eigentliche Problem der versteckten Milchzuckerzusätze. Die weltweit allgemeine Unwissenheit ist erstaunlich und zeigt, wie weit wir von echtem globalem Denken noch entfernt sind.

Ein Buch das dir die Augen öffnet: „Milch besser nicht“, von Maria Rollinger. Das Buch kannst du HIER bestellen

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